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Verein

 

 

Die Fastnachtszunft BurgenstadlPforzen e.V. (FZB) feierte in der Faschingssaison 2013 Ihr 46 jähriges Bestehen.

 

Der Grundstein für die Fastnachtszunft wurde gelegt, als sich am Faschingssonntag 1965 einige Herren, vom Gerstensaft beschwingt, im Gasthof „Goldener Hirsch“ entschlossen, den Mitbürgern ein Spektakel besonderer Art zu bieten. Am darauf folgenden Tag trafen sich Franz Rotter sen., Eduard Schafnitzel, Johann Socher, Justin Zwinger und Xaver Königsberger in närrischen Gewändern, um ihr Vorhaben, das Volk zu belustigen, in die Tat umzusetzen. Mit zwei Federwäglein und einem Milchschlitten, von Pferden gezogen, fuhren sie im Dorf umher und erheiterten im Nu die Gemüter. Für die musikalische Untermalung sorgte ein altes, asthmatisches Grammophon.

 

Aufgrund der großen Begeisterung beschlossen die tapferen Fastnachter, im folgenden Jahr wieder einen Umzug zu starten, doch 1966 sollte es nichts werden: in Pforzen grassierte die Maul- und Klauenseuche und das halbe Dorf stand unter Quarantäne.

 

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Am 31. Januar 1967 wurde die Idee geboren, eine Fastnachtszunft zu gründen, was auch sofort in die Tat umgesetzt wurde. Um die Fastnachtszunft an die alte Geschichte Pforzens zu binden, wurde ihr in Anlehnung an die längst verfallene Burg der Ritter von Pforzen, der Beinamen „Burgenstadl“ verliehen;

 

Am 6. Februar 1967 war es soweit. Mit sieben phantastisch geschmückten Wagen, welche die Dorfereignisse und die große Politik aufs Korn nahmen, setzte sich der zünftige Gaudiwurm in Bewegung. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Musikkapelle Pforzen. Das begeisterte Publikum, welches die Straßen säumte, huldigte dem ersten Prinzenpaar Annelies I. und Martin I.

 

In den folgenden Jahren wurde aus dem Gaudiwürmlein ein ausgewachsener Gaudiwurm. Im Jahre 1969 wurde das Prinzenpaar zum ersten Mal von einer Prinzengarde begleitet. Die Vorbereitung und Schulung der Garde übernahmen die beiden Vorstände Franz Rotter und Eduard Schafnitzel persönlich.

 

Am 12. Januar 1977 wurde der Eintrag ins Vereinsregister vorgenommen. Die Fastnachtszunft Burgenstadl ist seit diesem Zeitpunkt ein „eingetragener Verein“ mit Satzung.

 

Im Jahre 1988 wurde das „Wahrzeichen“ der Fastnachtszunft Burgenstadl, der „Buckelschärrer“, geschaffen. Dieser sei bei privaten Grabungen am Burgenstadl freigelegt worden. So erzählt es zumindest mittlerweile die Sage. Seitdem dient der Buckelschärrer auch als Orden der FZB. Ein Holzduplikat des „Schärrers“ wird alljährlich an verdiente Persönlichkeiten überreicht.

 

1988 fand auch erstmals ein Rathaussturm statt. Es ist inzwischen Tradition geworden, dass ausgelassene Narren in phantasievollen Kostümen die Verwaltungsgemeinschaft Pforzen stürmen. Auf lustige Weise wird die Belegschaft, samt Bürgermeister, aus dem Rathaus komplimentiert und bis Aschermittwoch von ihren Ämtern enthoben. Mittlerweile werden von der FZB wahre Musicalszenen oder Theaterakte zu diesem Rathaussturm aufgeführt, die jährlich eine Vielzahl von Zuschauern am Vormittag des rußigen Freitags begeisten. 1993 wurden viele Anstrengungen unternommen, um Pforzen über die Grenzen der näheren Umgebung hinaus noch bekannter zu machen. So fand in Kaufbeuren ein Gardetreffen statt, an dem selbstverständlich das Prinzenpaar, die Prinzengarde und der Narrenrat teilnahmen. Als Pechteln verkleidet setzte der Narrenrat in Bad Wörishofen einen Narrenbaum. Dies war zugleich der erste Fernsehauftritt der FZB.

 

Neuland betrat die Fastnachtszunft mit der Ausrichtung eines Ritterfestes im Sommer 1993. Eine Burgkulisse wurde angefertigt und aufgebaut. Bei schönstem Wetter kamen zahlreiche Besucher, um sich an Spanferkel und Bier vom Faß zu laben. Der Einmarsch der Pforzener Ritter in voller Kriegsmontur begeisterte das Publikum. Seither wird das Ritterfest auf dem Burgenstadl alle vier Jahre durchgeführt.

 

Im November 1994 wurde ein bunter Gaudi-Abend veranstaltet. Mit einem vierstündigen Programm wurden die Besucher in närrische Stimmung versetzt. Den Gaudi-Abend veranstaltet die FZB seither alle drei Jahre.

 

Besonders zu erwähnen ist, dass der Fastnachtsumzug bisher nur zweimal ausgefallen ist. Eine weitere Besonderheit stellt das Prinzenpaar dar: die Auserwählten müssen in Pforzen wohnhaft und unverheiratet sein. So hat die FZB im Laufe der Jahre zu fünf Ehen „beigetragen“.